Was es nicht alles gibt! Gary ist ein untalentierter Golfer, dessen Leben vollständig auf den Kopf gestellt wird, als er an selbigen einen Golfball bekommt.
Er fällt danach in ein Koma und als er endlich wieder erwacht, ist er ein begnadeter Golfer. Doch das ist nur der schöne Teil, denn ganz so glatt geht alles
dann doch nicht, denn es gibt auch sehr unangenehme Nebenerscheinungen, denn Gary verspürt nun den Drang in aller Öffentlichkeit zu masturbieren und das
Tourette-Syndrom hält auch noch einige Überraschungen parat. Dann wäre da noch sein Bruder Lee, ein kleinkrimineller Typ, der mächtig in Schwierigkeiten steckt
und seine Schulden mit einem Mord an einer Frau abbezahlen soll. Rettet Gary mit seinem neuerworbenen Golftalent den Tag?
- Meinung -
Da hat John Niven ein wirklich feines Werk geschrieben, irgendwo zwischen "Snatch" und "Happy Gilmore", Kleinkriminelle und asoziales Verhalten treffen auf
den Golfsport, eine interessante Kombination. Wem Gary Sprüche und Aktionen nicht zu anstößig sind, der dürfte sich jedenfalls von den Eskapaden der beiden
ungleichen Brüder sicherlich bestens unterhalten fühlen. Ich hatte anfänglich erst Probleme in die Geschichte reinzufinden, doch mit fortschreitender Spielzeit
hat es dann auch mich letztendlich gepackt und ich wollte unbedingt wissen, ob Gary tatsächlich Erfolg haben wird. Mehr möchte ich nicht verraten, jeder soll
sich selber ein Bild von Garys und Lees Erlebnissen machen, sich auf eine dreckige, rotzige, ungewöhnliche Geschichte einstellen, bei denen es auch durchaus
mal richtig zur Sache geht.
Der Knackpunkt ist Erzähler Markus Kavka, dem man leider die ganze Zeit über anhört, dass er noch nicht wirklich viele Hörbücher eingesprochen hat und man
braucht ziemlich lange, um sich an seine Art des Erzählens zu gewöhnen. Anfangs kommt kein Hörfluss auf und es dauert recht lange, bis Kavka und dadurch auch
die Hörerschaft in der Story angekommen sind. In diesem Bereich büßt die Produktion jedenfalls mächtig Punkte ein, denn ähnlich wie Gary spielt die Story für
das Gesamtwerk einen gewissen Vorsprung raus, den Kavka hier leider verspielt. Mit einem besseren und routinierteren Sprecher wäre deutlich mehr drin gewesen,
doch so wird das Hörbuch nur auf ein solides Niveau runtergestuft.
Es gibt keine Musiken oder Geräusche, also keine Inszenierung, es handelt sich um eine reine Lesung. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass untermalende
Hilfsmittel nichts am Gesamtbild der Produktion geändert hätten, von daher kann man auch so gut damit leben.
Es wurde alles gesagt, eine aberwitzige und schräge Story, dreckig und rotzig, aber leider ziemlich rumpelig vorgetragen, mit einem besseren Sprecher hätte man
sicherlich das Optimum rausgeholt. So kann man zwar insgesamt von einer ordentlichen Angelegenheit reden und Fans von John Nivens ("Kill Your Friends") dürften
sich gut unterhalten fühlen, eine bedenkenlose Empfehlung kann ich aber nicht aussprechen.
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